Programm
Wahlprogramm 2024
Vorwort und Rückblick
Wir sind engagierte Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Alters- und Sozialschichten. Unser Name "Bürger für Zwickau" ist Programm. Wir geben den Menschen unserer Stadt eine Stimme! Unser Handeln orientiert sich an unserem Wertekompass und ist auf das Wohl aller Zwickauerinnen und Zwickauer ausgerichtet. Parteipolitisch und ideologisch sind wir vollkommen unabhängig. Jede Polarisierung und Radikalisierung in der politischen Diskussion, egal in welche Richtung, lehnen wir strikt ab.
Unsere Aufgabe sehen wir vor allem in der Förderung und Weiterentwicklung Zwickaus. Das umfasst die Sanierung der städtischen Infrastruktur und Bausubstanz, den Erhalt der kulturellen Vielfalt, die Belebung der Zwickauer Innenstadt, die Verbesserung der Angebote für Einwohner jeden Alters sowie die Erhöhung der Attraktivität des Nahverkehrs. Oberste Priorität haben bei uns die Rechte und Grundbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger. Glaubwürdigkeit und Einsatzbereitschaft beweisen wir seit 2014 mit unseren Aktivitäten im Zwickauer Stadtrat und seinen verschiedenen Gremien. Wir stehen für Offenheit. Bei uns gibt es keinen Fraktionszwang. Jeder darf und soll seine Meinung einbringen, bis hin zu den Abstimmungen.
Durch diese Arbeit haben wir eine hohe Anerkennung sowohl in den Gremien als auch in der Verwaltung erlangt. Dadurch konnten nachhaltig positive Entscheidungen für unsere Stadt erreicht werden. Der Zwickau Ticker (s.Seite 29/30) bescheinigte uns 2023 eine Hauptwählerschaft aus der Mitte der Gesellschaft.
Unser Wahlvorschlag setzte bereits 2019 Maßstäbe. Die Presse schrieb: "Die Liste stellt mehrere Rekorde auf". Mit 52 von 72 möglichen Kandidaten hatte der Wahlvorschlag der BfZ die deutlich meisten Bewerber. In Bezug auf die Anzahl der Frauen führte die Liste der Bürger für Zwickau mit 20 Frauen, was doppelt so viele Kandidatinnen waren wie beim zweiten Spitzenreiter. Außerdem wurden die jüngste Kandidatin mit 18 Jahren und die älteste Kandidatin mit 85 Jahren aufgestellt.
Mit unserem aktuellen Wahlvorschlag setzen wir erneut Maßstäbe und gehen mit 64 Kandidaten, darunter 23 Frauen, ins Rennen! Unsere Bilanz kann sich sehen lassen!
Hier sind einige Beispiele unserer Erfolge:
- Initiierung der Aktion "Fördererklärungen für das 04 Bad"
- Die Babyklappe ist seit 2022 einsatzbereit.
- Die Neuaufstellung des Stadtmarketings hat begonnen.
- Der Handlungsrahmen des Jugendbeirats wurde im Februar 2024 beschlossen.
- Ein neuer Ablauf für Stadtratssitzungen wurde implementiert, um einen besseren Fokus für Fraktionsanträge zu gewährleisten.
- Die Einführung einer Zeitplanung mit Beschlusskontrolle soll die Ratsarbeit effektiver gestalten.
- Eine Bürgerplakette wurde eingeführt, um Projekte zu kennzeichnen, die aus dem Bürgerhaushalt finanziert wurden.
- Ein elektronisches Abstimmungssystem für Stadtratssitzungen wurde eingeführt, um Transparenz und Effizienz zu verbessern.
EINFACH BESSER – MIT UNS – Zwickau gestalten
PROGRAMM
Grundsatzziele:
- Erhalt der finanziellen Handlungsfähigkeit der Stadt Zwickau als Basis für die Lösung von künftigen Herausforderungen.
- Stärkung des Bürgerengagements und der Mitbestimmung für die Stadtentwicklung in Zwickau.
- Schaffung eines Wohnumfelds, in dem sich Jung und Alt wohl und geborgen fühlen, um Zwickau noch lebenswerter zu gestalten.
- Förderung eines weltoffenen und attraktiven Stadtbildes, um für Investoren, Touristen und als Zuhause für neue Einwohner interessant zu sein.
- Gestaltung Zwickaus als attraktiven Standort und bester Rahmenbedingungen für Unternehmen zur Stärkung Wirtschaftskraft.
Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen in unserer Stadt
Bürgerbegehren und -entscheide sind für uns anzuwendende Mittel um die Mitbestimmung zu ermöglichen. Wir möchten, dass die Interessen der Bürger sichtbar werden. Unser Ziel ist es, den Bürgern die größtmögliche Mitbestimmung am Geschehen in der Stadt Zwickau anzubieten und sie aktiv in die Bewältigung der Aufgaben einzubeziehen. Wir ermöglichen das bereits durch offene Fraktionssitzungen und Veranstaltungen in unserer Bürgerwerkstatt.
Um die Bürgerbeteiligung weiter zu erhöhen, setzen wir uns für eine Beteiligungssatzung oder ein Beteiligungsportal in der Stadt Zwickau ein. Zusätzlich zu den bereits etablierten Ortschaftsräten sollten in allen weiteren Stadtteilen eigene Vertretungen gegründet werden. So können die Bedürfnisse aller Bewohner regional stärker in die städtische Entwicklung eingebracht werden.
Der seit 2019 etablierte Jugendbeirat ist ein Instrument zur Beteiligung junger Menschen an den Entscheidungen des Stadtrates. Auf unsere Initiative und unseren Antrag hin wurde dessen Handlungsrahmen 2024 neu aufgestellt. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass Anregungen und Aktivitäten des Jugendbeirates stärker berücksichtigt werden. Durch die Einrichtung eines ständigen Büros im Rathaus soll dessen Präsenz weiter verbessert werden.
Das Budget des Bürgerhaushalts als Instrument der Mitbestimmung zum kommunalen Haushalt ist zu erhöhen. Dabei sollten lediglich eindeutig freiwillige städtische Leistungen über den Bürgerhaushalt finanziert werden. Die Entscheidungsmöglichkeiten der Bürger über die Verwendung der Mittel sind auszubauen. Aktuell ist die Einsicht in die Begründung der Entscheidungen für die Bürger und Stadträte nicht gegeben. Hier ist mehr Transparenz herzustellen.
Das Ehrenamt ist das Rückgrat des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Eine Möglichkeit der öffentlichen Würdigung kann eine personengebundene Ehrenamtskarte sein, die Vergünstigungen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und städtischer Angebote bietet. Eine aktuelle Wertschätzung des Ehrenamtes ist der Sommerempfang der Oberbürgermeisterin. Wir plädieren dafür, dass zukünftig die Vereine selbst direkt vorschlagen können, welche Ehrenamtlichen dort eingeladen werden. Die Auswahl der zu würdigenden Bürger durch die Stadtratsfraktionen, wie momentan praktiziert, halten wir für nicht geeignet.
Wir bleiben weiterhin am Thema des Gefängnisneubaus auf dem ehemaligen RAW-Gelände dran. Die anfänglich genannten Gesamtkosten von 112 Millionen Euro belaufen sich Stand Oktober 2023 bereits auf 303 Millionen Euro. Mit der Entlassung des Generalplaners ist sowohl der bereits mehrfach verschobene Eröffnungstermin nicht mehr definierbar. Ein Ende der ständig steigenden Gesamtkosten ist nicht absehbar. Im Kontext von gekürzten Fördermitteln des Freistaates, z.B. im Bereich Straßenbau, ist ein Dissens. Folgekosten für die Stadt durch den Unterhalt der Zufahrtsstraße, welche aber von den Bürgern der Stadt nicht genutzt werden darf ist zu hinterfragen.
Derzeit wird die künftige Haftanstalt als "JVA Zwickau-Marienthal" bezeichnet. Das sollte bisher nur ein Arbeitstitel während des Baus sein. Wir sind dagegen, dass sich diese Benennung verstetigt. Bei der Standortfindung wurde über die Köpfe der Zwickauer Bürger hinweg entschieden. Das soll bei der Namensgebung nicht wieder passieren. Aus diesem Grund fordern wir die Landesregierung auf, ihr Versprechen einzulösen.
Soziales Miteinander
Das Durchschnittsalter in unserer Stadt beträgt 48,1 Jahre. Laut der letzten Statistik (Stand: 31.12.2021) sind 25.755 Zwickauer älter als 64 Jahre. Daher legen wir großen Wert auf die Bedürfnisse unserer Senioren, die oft noch aktiv sind und über wertvolle Lebenserfahrung verfügen. Wir unterstützen gerne eine starke Seniorenvertretung. Es ist dringend notwendig, stets über die aktuellen Bedürfnisse der Senioren und besonders der Alleinstehenden informiert zu sein und entsprechende Maßnahmen abzuleiten. Wir pflegen weiterhin einen engen Kontakt zu relevanten Organisationen, um die Anliegen dieser Gruppen zu verstehen und in die politische Entscheidungsfindung einzubeziehen.
Des Weiteren setzen wir uns für eine Stärkung der städtischen Pflegeeinrichtungen ein, um eine umfassende und bedarfsgerechte Versorgung der Bewohner sicherzustellen. Wir streben eine zukunftsorientierte Ausrichtung dieser Einrichtungen, sowie des städtischen Klinikums an, um durch die Schaffung attraktiver Arbeitsplätze die Versorgung langfristig sicherzustellen. Wir möchten, dass pflegende Angehörige unterstützt werden und fordern eine Vielzahl von Ideen und Lösungen, um den Herausforderungen im Pflegebereich zu begegnen. Zudem streben wir eine Verbesserung der Pflege-Hilfsstrukturen durch den Landkreis für Zwickau an.
Auch die jüngsten Bewohner unserer Stadt stehen bei uns im Fokus. Die kinderfreundlichen Angebote der Stadt Zwickau sollen beibehalten und ausgebaut werden. Warum also nicht einmal eine Kampagne unter dem Namen "Sachsens kinderfreundlichste Stadt" starten? Die Suche nach einem Kita-Platz soll durch die Erweiterung des vorhandenen Kindertagesstätten-Verzeichnisses um die Rubrik "Freie Plätze" vereinfacht werden. Somit haben Eltern einen Überblick und müssen nicht jede Einrichtung abtelefonieren. Allen Grundschülern soll ein Hortplatz an ihrer Schule angeboten werden können.
Wirtschaft und Finanzen
Zwickau ist das Oberzentrum und der Motor der Region. Daher spielt unsere Stadt in den Plänen und Programmen der Landes- und Regionalplanung eine herausgehobene Rolle. Der Landkreis Zwickau ist mit knapp 950 km² zwar der flächenmäßig kleinste, jedoch mit über 350.000 Einwohnern der zweitgrößte in Sachsen und am dichtesten besiedelte in Ostdeutschland.
Unsere Stadt ist Standort von:
- vielen Arbeitgebern und somit vielen Arbeitsplätzen
- einem Knotenpunkt des öffentlichen Personennahverkehrs und des Regionalverkehrs
- Einrichtungen der Regionalverwaltung
- dem Heinrich-Braun-Klinikum, Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren
- Kindertagesstätten, verschiedenen Schulen (Grundschulen, Gymnasien, Berufsschulen) und der Westsächsischen Hochschule
- Theater und Museen
- Sportstätten und Sportvereinen
- Handelseinrichtungen
Unser Anliegen ist eine positive Entwicklung der Bereiche und die Vermeidung von Steuererhöhungen und weiteren Belastungen für die Bürger von Zwickau.
Der städtische Haushalt wird aus den Steuern und Abgaben der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen finanziert. Wir setzen uns für einen sparsamen, transparenten, aber zugleich bedarfsgerechten Einsatz dieser Steuergelder ein.
Ein ausgeglichener Haushalt sichert die Handlungsfreiheit der Stadt. Die Einnahme- und Ausgabesituation stellt das Spannungsfeld zwischen effektiver und schlanker Verwaltung sowie der Verpflichtung zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben dar. Eine wirtschaftlich sinnvolle Balance von eigener Kompetenz und Outsourcing von Leistungen ist kontinuierlich zu prüfen.
Über das Tagesgeschäft hinaus ist es wichtig, in die Zukunft der Stadt zu investieren, die Infrastruktur zu erhalten und zu erweitern.
Dem Trend, dass städtische Bauprojekte stets teurer werden als geplant und nicht selten bauliche Nachbesserungen und juristische Auseinandersetzungen zur Folge haben, muss Einhalt geboten werden. Die Planung und Kostenkalkulation der Bauvorhaben müssen noch sorgfältiger und realistischer ausgeführt werden.
Die Notwendigkeit neuer Gewerbeflächen ist uns bewusst. Das 2024 aktualisierte Industrie- und Gewerbeflächen-Monitoring unterstützen wir und setzen uns für dessen konsequente Umsetzung ein. In diesem Monitoring ist das von uns abgelehnte gemeinsame Gewerbegebiet Werdau-Zwickau an der Mitteltrasse in Steinpleis/Brand nicht mehr enthalten!
Die Wirtschaftsförderung als eigenes Amt sowie deren Entwicklung und Erfolg werden von uns konstruktiv und kritisch begleitet. Es muss gelingen, die Zusammenarbeit zwischen wirtschaftlichen und politischen Akteuren zu intensivieren. Durch eine noch engere Zusammenarbeit mit der Westsächsischen Hochschule soll erreicht werden, dass die ansässige Wirtschaft mit hochqualifizierten Mitarbeitern versorgt wird und sich gleichzeitig neue Wirtschaftszweige in der Stadt ansiedeln.
Ebenfalls unterstützen wir die Einhaltung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts. Damit soll die Versorgung in allen Wohnbereichen der Stadt sichergestellt werden.
Durch Wirtschaftspatenschaften können städtische Projekte intensiver mit der regionalen Industrie verbunden werden. So ist die Vermarktung freiwilliger kommunaler Leistungen durch Dritte denkbar, wie etwa die Unterstützung der Schulspeisung durch Sponsoren.
Die enorm hohe Hundesteuer sollte dem Kreisdurchschnitt angepasst werden.
Um für Studenten der WHZ die Stadt Zwickau als Hauptwohnsitz attraktiv zu machen, plädieren wir dafür, ihnen im Gegenzug den Semesterbeitrag zu erlassen. Die Refinanzierung könnte über die höheren Schlüsselzuweisungen des Landes Sachsen durch die Steigerung der Einwohnerzahl erfolgen.
. .Infrastruktur und Digitalisierung
Durch unzureichende Instandhaltung und Überalterung sind unsere Verkehrswege in einen immer desolateren Zustand geraten. Selbst grundhaft erneuerte Flächen weisen nach kurzer Zeit die ersten Mängel auf. Mit zukünftigen Anträgen werden wir eine Verbesserung der personellen und materiellen Ausstattung der zuständigen Ämter und ein nachhaltiges Qualitätsmanagement unterstützen.
Wir unterstützen die gegenwärtig in Umsetzung befindliche Komplexmaßnahme, als seit Jahren größte Investition in unsere Infrastruktur.
Ein weiterer Punkt betrifft die Abreise nach Fußballspielen in Eckersbach, was die Schwächen unserer Verkehrsknoten aufzeigt. Die städtischen Ampelanlagen reagieren grundsätzlich kaum auf extreme Verkehrsschwankungen. So entstehen Staus mit langen Wartezeiten bei Spielende. Nachts dagegen wird der fließende Verkehr an roten Ampeln gestoppt, obwohl keine Notwendigkeit dazu besteht. Eine moderne, bedarfsgerechte Ampelsteuerung mit Eingriffsmöglichkeiten bei Großereignissen oder eine optimierte ÖPNV-Beschleunigung ohne längere Standzeiten für den Individualverkehr ist hier zu prüfen.
Kultur und Tourismus
Kulturelle Angebote prägen die Vielfalt unserer Stadt. Dies zeigt sich unter anderem durch Institutionen wie die KULTOUR-Z, das Theater Plauen-Zwickau, die städtischen Museen, das Konservatorium und die Aktivitäten der Westsächsischen Hochschule. Auch verschiedene Vereine, von Kunst über Sport bis hin zum Gartenverein, Jugendclubs und Streetwork bereichern das kulturelle Leben unserer Stadt.
Durch eine Vielzahl von Kulturveranstaltungen, städtischen Festen, Vereinsveranstaltungen, Wochenmärkten und Messen wird eine breite Palette an kulturellen Möglichkeiten geboten. Um den Bürgern der Stadt Zwickau alle Informationen und Fakten noch besser zugänglich zu machen, bedarf es einer zentralen, einfachen und zeitgemäßen Informationsstelle - der Zwickau-App. Für deren Umsetzung setzen wir uns seit langem ein und werden dies auch weiter tun. Aktueller Stand des Antrags für die Zwickau App
Mit der App könnten Anwohner und Touristen alle Informationen zu organisatorischen Fragestellungen und Veranstaltungen erhalten. Die Verbindung von Traditionen und neuen Formen im Alltag macht unsere Stadt lebendig. Der Automobilbau beispielsweise ist sowohl museal ins Stadtleben integriert als auch innovativ auf unseren Straßen unterwegs. Die Künstler, die unsere Bühnen bespielen, begegnen uns auch im Alltag. Der Terminkalender der Stadt sorgt für Überraschungen und Events, die Touristen weltweit anziehen.
Robert Schumann und sein Geburtshaus sind solche Magnete. Vereine nehmen global an Festivals teil und laden die Teilnehmer wiederum zu uns ein. Wir unterstützen verschiedene Vereine und Künstler bei der Nachfrage nach eigenen Projekten, zum Beispiel in unserem Bürgerbüro. Auch Caroline Friederike Neuber und Max Pechstein sind weitere interessante Persönlichkeiten unserer Stadt. Um den bekannten und weniger etablierten Ideen der Geschichte Raum zu geben, stellen wir uns immer wieder die Frage als Stadtgemeinschaft, was heute relevant ist.
Sport und Freizeit
Die Sanierung des traditionsreichen 04-Bades als Freizeiteinrichtung mit Badebetrieb und vielfältigen Angeboten zur Verlängerung der Nutzungssaison sowie die Realisierung des Ballsportzentrums in Neuplanitz für den Schul- und Breitensport und als Spielstätte des BSV Sachsen Zwickau e.V. sind für uns Herzensangelegenheiten, für die wir uns weiterhin einsetzen werden.
Die Sportstättenplanung ist zu überprüfen. Vorhandene Hallenkapazitäten müssen durch eine optimierte Belegungsplanung besser ausgelastet werden. Wir schlagen die Einrichtung eines digitalisierten zentralen Portals für eine bessere Übersicht der Belegung von Sportstätten vor, um freie Hallenkapazitäten zu ermitteln.
Die Verteilung kommunaler Mittel an die Sportvereine ist ständig zu überprüfen. Für uns ist es wichtig, dass die Sportförderung transparent ist. Es ist legitim, städtische Tochterunternehmen mit Sponsoringaufgaben zu betrauen. Dies muss jedoch wirtschaftlich sinnvoll und im Rahmen des eigenen Kerngeschäfts verantwortbar erfolgen.
Nachhaltige Stadtentwicklung
Für ein lebenswertes Umfeld ist eine ausgewogene Verteilung von Wohn-, Verwaltungs- und Arbeitsmöglichkeiten in allen Stadtteilzentren von entscheidender Bedeutung.
Anstatt weiteren Flächenverbrauch für Wohnungsbau, Gewerbe- und Industrieansiedlungen auf der grünen Wiese zu fördern, setzen wir uns für eine Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich ein. Dies kann durch die Nachnutzung vorhandener Brachflächen und Baulücken sowie die Sanierung und Umnutzung von Altbauten erreicht werden. Dabei sollte die Erhaltung der städtischen Bausubstanz Vorrang haben und die wirtschaftliche, bauliche und denkmalpflegerische Umsetzung der Projekte entsprechend berücksichtigt werden.
Die Schaffung einer Immobilienbörse könnte Eigentümer von Altimmobilien und Bauwillige zusammenbringen. Dort könnten alle verfügbaren Grundstücke der Stadt und privater Anbieter präsentiert werden, inklusive weiterführender Informationen zur Umsetzung der Vorhaben. Trotzdem schließen wir die Entwicklung neuer Eigenheimstandorte nicht aus.
Wir unterstützen die Entwicklung zukunftsfähiger Gewerbe- bzw. Industriegebiete unter Berücksichtigung des Wohnumfeldes, der Vermeidung von negativen Auswirkungen auf das Stadtklima und der Nähe zu Verkehrs- und Infrastrukturanbindungen.
Um das Wohnen in der Innenstadt attraktiver zu gestalten, sind kurze Wege zu verschiedenen Einrichtungen und Angeboten notwendig. Eine ausgewogene Verkehrsinfrastruktur unter Berücksichtigung aller Mobilitätsformen ist hierbei von Bedeutung. Beispielsweise kann die Umgestaltung der Leipziger Straße zu einem Wohnquartier durch Verkehrsberuhigung und Schaffung einer Fußgängerzone sowie durch das Öffnen von Hinterhöfen attraktiv gemacht werden.
Der Erhalt von Parkanlagen, die Errichtung von Spielplätzen und die Förderung gastronomischer Einrichtungen mit hoher Aufenthaltsqualität tragen zur Attraktivität der Stadt bei. Das Ambiente der Stadt sollte eine Wohlfühlatmosphäre und effektive Lebensgestaltung ermöglichen. Die Etablierung von Mehrgenerationenhäusern und Wohngemeinschaften kann dazu beitragen, die Lebensqualität für verschiedene Bevölkerungsgruppen zu erhöhen.
Eine verbesserte Anbindung der ländlichen Stadtteile Zwickaus an das innerstädtische Leben stärkt das Zugehörigkeitsgefühl aller Einwohner und bildet die Grundlage für unsere weitere Entwicklung.
https://www.zwickau.de/media/downloads/03_d2/02_umweltbuero/publikationen/Endbericht_Stadtklima_Stadt_Zwickau_ThINK.pdf In diesem Zusammenhang befürworten wir eine weitere Begrünung der Innenstadt sowie die Sicherung vorhandener Frischluftschneisen. Auch ein nachhaltiges Regenwassermanagement und die Erschließung von Potenzialen zur Energiegewinnung aus Photovoltaik, Solarthermie und Geothermie sind für uns wichtige Ziele. Wir unterstützen die Beteiligung der Bürgerschaft durch die Etablierung einer Bürgerenergie-Genossenschaft.
Mobilität und Verkehr
Gut ausgebaute Straßen und Wege sind die Lebensadern unserer Stadt und entscheidend für ihre Attraktivität. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) ist für eine erfolgreiche Verkehrswende unerlässlich. Ein gut funktionierender Nahverkehr zieht mehr Nutzer an, entlastet die Infrastruktur sowie die Umwelt und entlastet langfristig auch den städtischen Haushalt.
Die Straßenbahn ist das Rückgrat des Zwickauer ÖPNV und gewinnt weltweit wieder an Bedeutung als umweltfreundliches Elektrofahrzeug mit großer Kapazität und hohem Komfort. Nach Angaben der SVZ nutzen etwa 70% der Fahrgäste die Straßenbahn. Daher wollen wir weitere Ausbaumöglichkeiten der Straßenbahn prüfen lassen, um die zentrumsfernen Stadtteile besser anzubinden.
Im Rahmen der Stadtratsbeschlüsse zur Sanierung des Bahnhofsvorplatzes, dem Neubau der Innenstadttangente mit Querspange und der Umgestaltung der Leipziger Straße befürworten wir eine zügige Umsetzung dieser Maßnahmen und unterstützen die beteiligten kommunalen Betriebe.
Car-Sharing bietet eine Möglichkeit, knappe Parkmöglichkeiten, insbesondere in Wohngebieten, zu entlasten. Wir unterstützen die Weiterentwicklung dieses Konzepts.
Park+Ride-Plätze in der Nähe von Straßenbahnhaltestellen bieten auswärtigen Besuchern eine gute Alternative zur Parkplatzsuche in der Innenstadt. Wir werden prüfen lassen, an welchen Standorten solche Angebote geschaffen werden können.
Wir setzen uns ebenfalls für Kombitickets zu Veranstaltungen in der Stadthalle, der Neuen Welt und dem Theater ein, um den Zwickauern eine bequeme An- und Abreise ohne Parkplatzsuche und Verkehrsstaus zu ermöglichen.
Als Standort eines Automobilherstellers mit Fokus auf Elektrofahrzeuge ist uns der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur wichtig. Die Lademöglichkeiten sollen auch in Wohngebieten mit großen Mehrfamilienhäusern kontinuierlich verbessert werden. Wir streben an, dass Zwickau deutschlandweit Vorbild in Sachen E-Mobilität wird.
Der Radverkehr soll durch den Ausbau von Radwegen und Mitnahmemöglichkeiten im ÖPNV weiter gefördert werden. Wir setzen uns für eine bessere Beschilderung der wichtigsten Fahrradtrassen in der Stadt ein und möchten den Bedarf für die Schaffung von Fahrradverleihstationen an Hauptbahnhof, Tourist-Information und Neumarkt ermitteln.
Für Fußgänger sollen Wege sicherer gestaltet werden. Dazu gehören bedarfsgerechte, barrierefreie und technisch zeitgemäße Querungshilfen, insbesondere an viel befahrenen Straßen, um älteren Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen die sichere Nutzung zu ermöglichen.
Die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen muss verbessert werden. Dies erreichen wir nicht durch Geschwindigkeitsmessungen, die weder präventiv noch nachhaltig wirken. Geschwindigkeitskontrollen sollten nur an echten Gefahrenstellen wie Kindergärten, Schulen, Spielplätzen, Senioreneinrichtungen und nachweislichen Unfallschwerpunkten erfolgen.
Eine verbesserte Verkehrsplanung mit besonderem Augenmerk auf die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer ist dringend erforderlich. Dazu gehört auch die Bereitstellung ausreichenden Verkehrsraums für den ungehinderten Begegnungsverkehr auf stark befahrenen Straßen.
Sicherheit und Ordnung
Um das Wohlbefinden und die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger in ganz Zwickau zu gewährleisten, setzen wir uns für eine angemessene Präsenz des Ordnungsamtes ein und fordern verstärkte Aktivitäten an Brennpunkten. Zur Stärkung des Sicherheitsgefühls halten wir Videoüberwachung in sorgfältig begründeten Fällen für ein geeignetes Mittel der Prävention, um Straftaten entgegenzuwirken.
Zusätzlich streben wir an, dass unsere Bürgerinnen und Bürger auch nachts sicher nach Hause kommen können. Daher sollte die Möglichkeit eines mindestens stündlichen Nachtverkehrs in der Betriebspause der Straßenbahn geprüft werden.
Die Arbeit des Kommunalpräventiven Rates (KPR), als gemeinsames Sicherheitsgremium ist für uns von hoher Bedeutung. Deshalb werden wir uns zukünftig stärker in den Arbeitsgruppen und Projekten des KPR engagieren, um damit zur Verbindung von Sicherheit und Freiheit beizutragen.
https://www.zwickau.de/de/politik/verwaltung/aemter/obundbau/StabsstelleKommunalePraevention.php
Natur und Umwelt
Die Naturressourcen unserer Stadt sind ein wertvolles Gut. Uns ist wichtig, dass Ökologie und Ökonomie immer in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Wir setzen uns dafür ein, dass eine nachhaltige Stadtplanung sich auch am Naturschutz, an der Artenvielfalt und am Klimawandel orientiert.
Die stetige Bewertung und nachhaltige Verbesserung des Stadtklimas ist von großer Bedeutung, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Hitze- und Trockenperioden sowie Starkregenereignisse. Wir unterstützen das Konzept der Schwammstadt in der Stadtplanung. Dieses Konzept zielt darauf ab, anfallendes Regen- und Oberflächenwasser zu speichern, anstatt es zu kanalisieren und abzuleiten. Es sollte geprüft werden, inwieweit Fördermittel aus dem Bundesprogramm zur "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" dafür genutzt werden können.
Unser Stadtwald soll wieder als Naherholungsgebiet aufgewertet werden. Nur ein gesunder Mischwald kann den klimatischen Herausforderungen in Zukunft standhalten.
Die Stadt soll die Bereitschaft der Anwohner zur Pflege öffentlicher Flächen fördern. Beispiele dafür sind Gemeinschaftsgärten und Patenschaften für Grünanlagen. Auf diese Weise kann eine Entlastung des Garten- und Friedhofsamtes erreicht werden.
Überblick
- Wie lange können wir unsere grundlegenden Verpflichtungen noch erfüllen?
- Welche Investitionen können wir tätigen, um unsere Infrastruktur zu erhalten und auszubauen? (Hierzu zählen Verkehrswege, Bildungseinrichtungen, Kultureinrichtungen, der öffentliche Nahverkehr, Sportanlagen und die Digitalisierung.)
- Wie können wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Zwickau so beeinflussen, dass die Wirtschaftskraft stark genug wird, um damit realistische Wünsche zu erfüllen?
- Wie können wir die Lebensqualität in Zwickau erhalten und verbessern?
- Sanierung des traditionsreichen 04-Bades: Badebetrieb mit erweiterten Angeboten zur Verlängerung der Nutzungssaison sowie als Ort für die Gemeinschaft zu erhalten und zu verbessern.
- Realisierung des Ballsportzentrums in Neuplanitz: Schaffung einer Sportstätte für den Schul- und Breitensport sowie als Spielstätte des BSV Sachsen Zwickau e.V.
- Erhalt und Verbesserung wohnortnaher medizinischer Versorgung: Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung in allen Stadtteilen.
- Konsequente Umsetzung des Radverkehrskonzeptes: Förderung eines sicheren und effizienten Fahrradverkehrs in der Stadt.
- Stärkung des Behindertenbeauftragten: Einbeziehung bei städtischen Baumaßnahmen zur Förderung von Barrierefreiheit und Teilhabe.
- Einführung einer Bürgerkarte (Schwanenkarte): Bereitstellung von Bonusleistungen für die Einwohner Zwickaus.
- Weitere Sanierung von Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen: Investitionen in die Bildungsinfrastruktur zur Gewährleistung eines modernen Lernumfelds.
- Beschleunigung des Glasfaserausbaus: Förderung der digitalen Infrastruktur, insbesondere in städtischen Randbezirken.
- Einführung einer Zwickau-App: Entwicklung einer mobilen Anwendung für Bürger, Verwaltung und Gäste zur verbesserten Kommunikation und Information.
- Wiederbelebung der Hauptstraße: Ansiedlung verschiedener Unternehmen zur Schaffung eines attraktiven Aufenthaltsortes.
- Verbesserung der Schulsozialarbeit: Förderung von Integration, Inklusion und Bildungschancen an Brennpunktschulen.
- Stärkere Würdigung des Ehrenamts: Anerkennung und Unterstützung des gesellschaftlichen Engagements und Zusammenhalts.
- Aufwertung des Naturerbes Weißenborner Stadtwald: Pflege des Naherholungsgebiets für die Bürger.
- Erhalt und Modernisierung der Sportstätten: Sicherstellung einer bedarfsgerechten Infrastruktur für sportliche Aktivitäten.
- Einrichtung von Stadtteilvertretungen: Schaffung regionaler Gremien zur Vertretung der Bürgerinteressen in den Stadtteilen.
- Neuaufstellung des Zwickauer Stadtmarketings: Steigerung der Bekanntheit der Stadt deutschlandweit.
- Bewerbung für die Landesgartenschau 2029: Fokus auf Stadtklima, urbanes Grün und nachhaltige Stadtentwicklung.
- Erstellung eines Spielplatzkonzepts: Planung für Bedarf, Investitionen und Instandhaltung von Spielplätzen.
- Politische Transparenz: Gewährleistung von Offenheit und Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungen.
Mai 2024
Wahlprogramm 2019
EINFACH BESSER - WIEDER MIT UNS - Zwickau gestalten
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort und Rückblick
- Bürgernahe Politik
- Oberzentrum Zwickau
- Wirtschaft und Finanzen
- Digitalisierung
- Kultur und Tourismus
- Nachhaltige Stadtentwicklung
- Ordnung und Sicherheit
- Mobilität und Verkehr
- Soziales Miteinander
- Sport
- Umwelt und Tierschutz
- Vordenken: RAW-Gelände
- Zusammenfassung
Vorwort und Rückblick
Wir sind derzeit 50 engagierte Bürger aus unterschiedlichen Alters- und Sozialschichten. Unser Name „Bürger für Zwickau“ ist Programm. Wir wollen den Menschen unserer Stadt eine Stimme geben. Wir sind parteipolitisch und ideologisch vollkommen unabhängig, denn wir sind ein Verein, dessen Mitglieder seit 2013 nur in Zwickau und für Zwickau kommunal aktiv sind. Im Stadtrat sind wir seit 2014 mit vier Stadträten vertreten und bilden mit zwei Stadträten von den Grünen eine Fraktion.
Unsere Aufgabe sehen wir vor allem in der Förderung der Weiterentwicklung Zwickaus als Oberzentrum. Das umfasst die Sanierung der städtischen Infrastruktur und Bausubstanz genauso, wie den Erhalt der kulturellen Vielfalt, die Belebung der Zwickauer Innenstadt, die Verbesserung der Angebote für Jugendliche oder auch die Erhöhung der Attraktivität des Nahverkehrs.
Dass wir als „Bürger für Zwickau“ in der letzten Wahlperiode so erfolgreich sein konnten, ist dem Umstand geschuldet, dass wir konstruktive Sachpolitik ohne Krawall gemacht haben.
Wir sind Sieger im Aktivitätsranking* der Fraktionen, sowohl bei Anträgen als auch bei Anfragen.
*Stand 14.01.2019
Diese Arbeit hat uns eine hohe Anerkennung in den Gremien und der Verwaltung beschert, womit gute Entscheidungen erzielt werden konnten.
Auch unser Wahlvorschlag 2019 setzt Maßstäbe. Die Presse schreibt: " Die Liste stellt mehrere Rekorde auf...". Mit 52 von 72 möglichen, hat der Wahlvorschlag der BfZ, die deutlich meisten Kandidaten. Ebenso bei der Anzahl der Frauen gewinnt die Liste der Bürger für Zwickau mit 20 Frauen, das sind doppelt so viel wie beim zweiten Spitzenreiter. Außerdem wird die jüngste (18) und älteste (80) Kandidatin aufgestellt.
5 Jahre – das war nur mit uns möglich. Eine BILANZ.
Unsere Hauptziele für die Wahlperiode 2019 – 2024 sind:
- Weiterentwicklung Zwickaus als Oberzentrum, welches lebendig sowie wirtschaftlich solide aufgestellt ist
- Politische Transparenz
- Aufbau einer zukunftsfähigen digitalen Infrastruktur als Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit
- Attraktivitätssteigerung als Innovations-, Wirtschafts-, Wohn- und Arbeitsort
- Herstellen von bedarfsgerechten Hilfestrukturen im Pflegebereich
- Erhalt des Sport- und Freizeitangebotes
- Förderung der kulturellen Individualität und Kreativwirtschaft
- Neugestaltung der Hundesteuer
- Weiterentwicklung des ÖPNV und des Radwegenetzes
- Verbesserung der Parkmöglichkeiten für den Individualverkehr
- Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt
- Erhalt von Zwickauer Traditionen
- Stärkung der Innenstadt und des Stadtmarketings
- Förderung von Ansiedlungen sowie Unternehmensgründungen
- Studentenförderung, z.B. durch Erstattung von Semesterbeiträgen
- Sanierung Bahnhofsvorplatzes mit Erhalt der Straßenbahn
- Umsetzung der Innenstadttangente
2 Bürgernahe Politik
Die Wählervereinigung Bürger für Zwickau orientiert sich bei ihrer gesamten Arbeit an den Werten der Gesellschaft und lehnt jede Radikalisierung der Politik, egal in welche Richtung, strikt ab. Bürgerbegehren und –entscheide sind für die BfZ legitime und anzuwendende Mittel der Bürger, ihre Interessen zu vertreten. Unser Ziel ist es, dem Bürger eine größtmögliche Mitbestimmung am Geschehen der Stadt Zwickau einzuräumen und ihn in die Aufgabenbewältigung mit einzubeziehen.
Wir stehen für Offenheit. Soweit es möglich ist, wird es keine geheimen Abstimmungen bei der BfZ geben. Somit gibt es bei uns auch keinen Fraktionszwang. Jeder darf und soll seine Meinung anbringen.
Zur Unterstützung der Prozesse im Stadtrat plädieren wir für die Einführung eines nachvollziehbaren digitalen Abstimmungssystems. Die Bürger, wie auch die Stadträte selbst, könnten so die Abstimmungen zu den Beschlüssen besser nachvollziehen. Im gleichen Zug soll damit auch die Reihenfolge der Wortmeldungen transparenter gestaltet werden.
Glaubwürdigkeit und Einsatzbereitschaft gehören zudem zu unseren obersten Grundsätzen. Wir setzen uns nicht zum Selbstzweck für Themen ein, sondern nur, wenn der Bürger es auch möchte. Wir plädieren weiterhin für eine frühzeitige und umfassende Information der Bürger und die Einbeziehung der Bürger in Entscheidungen und deren Auswirkungen.
3 Oberzentrum Zwickau
Als Oberzentrum hat Zwickau für die umgebende Region eine wichtige Funktion als Standort von Einrichtungen der Regionalverwaltung, Krankenhäusern und Arztpraxen, Schulen, Gymnasien, Hochschule, Theater, Museen und Sportstätten, Handelseinrichtungen, vielen Arbeitsplätzen und als Mittelpunkt von ÖPNV und Regionalverkehr. Daher spielt unsere Stadt in den Plänen und Programmen der Landes- und Regionalplanung eine herausgehobene Rolle. Der Landkreis Zwickau ist mit nur knapp 950 km² zwar der flächenmäßig kleinste, jedoch mit über 350.000 Einwohnern der zweitgrößte Sachsens.
Wir wollen, dass Zwickau sich dieser Rolle als Mittelpunkt wieder bewusster wird.
Doch erst mit der Zahl 100.000 sind wir wirklich sichtbar. Mit einer Umkehr der Bevölkerungsentwicklung durch freiwillige Fusionen wäre das zu erreichen, wenn erkannt wird, dass nur ein großes und starkes Zwickau die Antwort auf eine nachhaltige Entwicklung und Stabilität der Region sein kann. Aber auch mit mehr Zuzug aufgrund von bezahlbaren und attraktiven Wohn- und Baumöglichen insbesondere für junge Familien sowie Rahmenbedingungen, welche innovativen Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten Räume bietet, kann eine positive Entwicklung verstärkt werden. Zwickau muss eine gute Heimatstadt sein.
Außerdem muss es sich lohnen, ein Zwickauer Bürger zu sein: Wir sehen die Ausgabe einer Bürgerkarte für Zwickauer mit Hauptwohnsitz in Zwickau als eine Möglichkeit an, das Image der Stadt und die Identität mit Zwickau zu fördern. Die Inhaber sollen so Vorteile bei freiwilligen Leistungen der Stadt als auch privater Anbieter in Anspruch nehmen können.
4 Wirtschaft und Finanzen
Dass 2017 beschlossene Handlungskonzept "Wirtschaft Zwickau 2025" beschreibt zwei Organisationsformen für die Wirtschaftsförderung. Es wurde sich für die verwaltungsintegrierte Variante entschieden. Diese Entscheidung kann mittlerweile durchaus kritisch gesehen werden. Standortmanagement und die Wirtschaftsförderung brauchen unserer Meinung nach einen unternehmerischen Blick von außen und sollten daher, gemäß Variante 1 des Handlungskonzeptes, unabhängig von der städtischen Verwaltung betrieben werden. Ein externes Unternehmen müsste daher die nötigen Aktivitäten für dieses komplexe Thema übernehmen. So sind die Standortvorteile besser herauszustellen und zu definieren, um damit zu werben. Die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen und Ansiedlungen müssen optimiert werden. Es fehlt eine Infrastruktur, die Unternehmensgründungen unterstützt, deshalb wollen wir uns für die Entwicklung flexibler Standorte für Startups und eines Innovationssoutings stark machen und die Verwaltung für diesen Bereich weiter öffnen.
Die Einhaltung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts ist für uns nicht verhandelbar. Damit soll auch die Versorgung in den Wohnbereichen der Stadt frühzeitig sichergestellt werden.
Beim Thema Haushalt gehen wir stets von einem sinnvollen Einsatz der Finanzen aus, wodurch ein ausgeglichener Etat erreicht wird. Die Gebührenordnung soll bürgerfreundlich gestaltet werden. Die Einnahmesituation der Stadt muss verbessert werden, allerdings nicht durch weitere Steuererhöhungen. Gleichzeitig müssen die Rechte der Bürger und deren Grundbedürfnisse geachtet werden. So wird darauf zu achten sein, dass die geplante Grundsteuerreform gerecht und ausgewogen erfolgt. Der Bürgerhaushalt als Instrument der Mitbestimmung zum kommunalen Haushalt ist auszubauen. Dabei sollten lediglich eindeutig freiwillige städtische Leistungen über den Bürgerhaushalt finanziert werden.
Dem allgemeinen Eindruck, dass städtische Bauprojekte stets teurer werden als geplant und nicht selten bauliche Nachbesserungen und juristische Auseinandersetzungen nach sich ziehen, muss Einhalt geboten werden.
Klar ist auch, das Standortflächen geschaffen werden müssen. Wir sehen eine solche Ansiedlung in der Nähe des Volkswagen Werkes in Mosel beispielsweise als sinnvoller an, als die Schaffung eines ca. 90 Hektar großen gemeinsamen Gewerbegebietes Werdau-Zwickau an der Mitteltrasse in Steinpleis/Brand. Allein unter ökologischer Betrachtung würde diese Bebauung zu einem Verlust der größten zusammenhängenden „Kaltluftschneise“ für die Zwickauer Innenstadt führen, Verkehrsprobleme verschärfen und nur aufwändig lösbare hydraulische Probleme in den innerstädtischen Gewässern hervorrufen. Der Gewerbeflächenreport der IHK Chemnitz (Stand 2018) weist zudem auf zur Verfügung stehende Brachflächen und deren mangelnde Entwicklung und Vermarktung hin. Insgesamt sind das über 310 Hektar im Landkreis Zwickau. Hier gilt es anzusetzen.
Doch auch füreinander kann mehr getan werden: Durch Wirtschaftspatenschaften könnten städtische Projekte intensiver mit der regionalen Industrie verbunden werden. So ist die Vermarktung freiwilliger kommunaler Leistungen durch Dritte denkbar wie etwa die Kostenübernahme des Schulessens durch einen Sponsor.
5 Digitalisierung
Besonderes Augenmerk setzen wir auf die Digitalisierung. Wir schlagen daher den Aufbau eines unabhängigen Zwickauer Glasfasernetzes vor. Unterstützung sehen wir dabei auch durch unsere Partnerstadt Dortmund. Sie wurde 2018 von der Stiftung „Lebendige Stadt“ als digitalste Stadt ausgezeichnet. Wir wollen eine Bestandsaufnahme: Wo steht die Stadt Zwickau im digitalen Zeitalter und wo will sie hin? Bis 2025 ist es Ziel der Bundesregierung, den Ausbau des Glasfasernetzes bis vor jede Haustür fertig zu stellen. Die Netzbetreiber sollen verpflichtet werden, jegliche Funklöcher zu schließen. Doch bei den strengen Auflagen werden zu wenig Betreiber mitbieten. Also sollte sich die Stadt selbst daran machen, ein eigenes Netz aufzubauen.
Eine schnelle Internetanbindung ist wichtig. Für jeden. Laut Bundesregierung wird bis 2022 ein sogenanntes Bürgerkonto eingeführt. So soll auch den Zwickauern die Möglichkeit gegeben werden, vom Sofa aus Ämtergänge zu erledigen. In anderen Ländern kann man bereits so das Auto ummelden, Reisepässe beantragen oder das neugeborene Kind anmelden.
Und nicht zuletzt hat die Internetanbindung auch Einfluss auf die Wirtschaft: Wenn ein solches Datennetz nicht zur Verfügung steht, nützt uns auch die schönste Gewerbe- bzw. Industriefläche nichts.
6 Kultur und Tourismus
Zwickau ist durch eine Vielzahl kultureller Angebote gekennzeichnet. Auch die touristischen Angebote, die durch den Tourismusregion e.V. vermarktet werden, können sich sehen lassen. Dennoch entsteht der Eindruck, dass die Bündelung der Aktivitäten wenig effektiv ist.
Der Bahnhofsvorplatz ist ein erstes Aushängeschild für mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereiste Besucher. Wir halten daher die Schaffung einer Zweigstelle der Tourist-Information und die Aufstellung einer elektronischen Willkommenstafel mit Hinweisen auf Veranstaltungen in der Stadt für sehr wichtig.
Vor allem stehen wir für den Erhalt unseres produzierenden Theaters – auch nach dem Auslauf des Kulturpaktes 2022. Wir benötigen dazu umgehend ein Handlungskonzept, welches das Ziel unter verschiedenen Rahmenbedingungen beleuchtet und vorbereitet.
7 Nachhaltige Stadtentwicklung
Das Wohnen in der Stadt muss attraktiver werden. Die Innenstadt soll mehr Bewohner anziehen. So stehen wir für die Förderung von Mehrgenerationenhäusern und Wohngemeinschaften im Zentrum. Und warum nicht einmal alte Industriebrachen in innerstädtische Eigenheimstandorte umwandeln? Das halten wir für eine Möglichkeit, junge Familien in der Stadt zu halten und gleichzeitig dem weiteren Verlust von Natur im Umland entgegen zu wirken. Beispielsweise könnte durch Verkehrsberuhigung, die Schaffung einer Fußgängerzone und die Öffnung von Hinterhöfen durch Abbruch leer stehender Gebäude die Leipziger Straße als Wohnort wieder attraktiv werden. Dabei werden wir uns der Entwicklung von bezahlbaren Eigenheimstandorten speziell für junge Menschen nicht verschließen. Eine Möglichkeit sehen wir dabei in einer „Bauwilligenbörse“. Bei dieser könnten alle möglichen Grundstücke der Stadt und privater Anbieter konzentriert vorgestellt werden und Informationen rund um das Thema geboten werden.
Auch der Semesterbeitrag für Studierende der WHZ mit Hauptwohnsitz in Zwickau sollte wieder entfallen.
Besonderes Augenmerk wollen wir auf das ehemalige Kaufhaus Joh legen. Dieses wollen wir als lebendiges Zentrum etablieren, wenn dort kein Handel mehr möglich sein sollte. Hierzu bedarf es zukunftsoffener, variabler Planungskonzepte über alle Etagen in Zusammenarbeit mit den Eigentümern. So könnte im Gebäude auch eine Theaterspielstätte – quasi als „Theater im Kaufhaus“ (TiK) und als Begegnungshaus dienen. Durch die Verzögerungen bei der Sanierung des Gewandhauses ist das Theater stark belastet. Durch den Wegfall der Spielstätte und der Räumlichkeiten im TiM gerät das Theater weiter unter Druck. Wir bekennen uns ausdrücklich zu der Spielstätte und plädieren für kreative Lösungsansätze für die Schaffung einer neuen Kleinkunstbühne. Dabei stellen das ehemalige Kaufhaus Joh, die Alte Posthalterei oder andere leerstehende städtische Gebäude eine Option dar. Wir befürworten hierzu eine Bürgerbefragung.
Die Belebung der Innenstadt ist konsequent zu verfolgen. So wird zu prüfen sein, ob es möglich und wirtschaftlich vertretbar ist, dass alle Unternehmen in städtischer Hand oder Beteiligung Service- bzw. Informationsbüros z.B. in der Hauptstraße eröffnen.
8 Ordnung und Sicherheit
Damit sich die Menschen in ganz Zwickau wohl und auch sicher fühlen, plädieren wir für eine angemessene Präsenz des Ordnungsamtes bei der Parkraumüberwachung und ein verstärktes Auftreten an Brennpunkten statt Videoüberwachung. Unterstützung sollte das auch durch Sozialarbeiter finden.
Auch das Erscheinungsbild der Stadt soll ansprechend und gepflegt sein. Die Erhaltung öffentlicher Flächen und Bereiche jeglicher Art soll einen besonderen Stellenwert haben. Dabei gehören die Ordnung und Sauberkeit auf Fußwegen und Plätzen genauso zum Erscheinungsbild wie attraktiv bewirtschaftete Grünanlagen, funktionsfähige Brunnen und intakte Beleuchtungsanlagen.
Das leidige Thema der fehlenden Abfallbehälter an verschieden Orten in unserer Stadt, muss noch vor der Neuausschreibung der Entleerungsleistungen im Jahr 2022 gelöst werden.
9 Mobilität und Verkehr
Zu einer lebendigen Stadt gehören natürlich auch ihre Menschen. Somit ist die Infrastruktur ein entscheidender Faktor. So setzen wir uns für die Planung und Umsetzung eines ÖPNV- und Car-Sharing-Konzeptes ein. Gerade in Zeiten von Abgasskandalen, Ressourcenknappheit und verstopften Straßen setzen vielerorts Städte wieder vermehrt auf den ÖPNV, insbesondere auf die Straßenbahn als umweltfreundliches Elektrofahrzeug mit sehr hoher Kapazität.
Während direkt anschließende Ortsteile von einem Stundentakt der Busse bis abends profitieren, haben die zur Stadt Zwickau gehörenden nördlichen Gemeinden wie Crossen, Schneppendorf, Oberrothenbach, Mosel und Schlunzig bisweilen nicht einmal einen festen Takt zur Anbindung an Zwickau. Das soll sich ändern. Weiterhin fehlt gänzlich die Möglichkeit, das Gewerbegebiet an der Kopernikusstraße mit dem ÖPNV günstig zu erreichen. Auch ein stündlicher Nachtverkehr während der Betriebspause der Straßenbahn sollte geprüft werden. Wer darüber hinaus mobil sein möchte, kann vom Car-Sharing profitieren. Um den Hochschulstandort Zwickau attraktiver zu gestalten sollte die Möglichkeit bestehen, mit dem Semesterticket innerhalb des gesamten VMS mobil sein zu können.
Im Hinblick auf die E-Mobilität setzen wir uns dafür ein, dass im Zuge der Umsetzung der Vereinbarung der Stadt mit Volkswagen eine Bedarfsermittlung für Ladestationen bei Privathaushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen erfolgt. Dazu zählen vor allem auch Lademöglichkeiten für große Mietshäuser. In Verknüpfung mit dem ÖPNV soll die Schaffung von Carsharing- und Mietmöglichkeiten von Elektrofahrzeugen zur Personen- und Güterbeförderung untersucht und umgesetzt werden. Um auch bei Großveranstaltungen, wie dem Stadtfest, mehr Menschen von außerhalb Zwickaus die Nutzung der ÖPNV Angebote zu ermöglichen, soll geprüft werden, ob weitere Flächen als „Park und Ride“-Plätze in der Nähe von Straßenbahnhaltestellen nutzbar wären.
Der Radverkehr soll durch Radwege weiter ausgebaut und die Stadt für Fußgänger attraktiver gemacht werden. Das heißt, dass wir eine Beschilderung für die wichtigsten Trassen fordern. Wir möchten eine Bedarfsermittlung für die Schaffung von Fahrradverleihstationen an Hauptbahnhof, Tourist-Information und Neumarkt. In diesem Zusammenhang geht es auch um den weiteren Ausbau von Ladesäulen für E-Bikes. Fußgänger wiederum sollen weniger durch unnötige Gegenstände auf dem Gehweg am Spazierengehen und Verweilen gehindert werden. Dies ist verstärkt durch die Verwaltung zu kontrollieren. Auch jeder einzelne sei aufgefordert, für diese Verkehrsteilnehmer zu denken.
Doch auch in Sachen Sicherheit auf den Straßen muss die Stadt Zwickau aktiver werden. Dies erreicht man nicht durch Geschwindigkeitsmessungen, die weder präventiv noch nachhaltig erfolgen. Es entsteht so der Eindruck, dass der Einsatz von Geschwindigkeitsmessan-lagen eher das Ziel verfolgt, die Stadtkasse zu füllen. Erforderlich ist eine sinnvolle Verkehrsplanung. Priorität muss dabei die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer - nämlich Fußgänger, Radfahrer, Kinder und alte Menschen – haben. Daher sehen wir die Schließung des Fahrübungsplatzes an der Lengenfelder Straße als bedenklich an. Wir schlagen die Schaffung eines Fahrübungsplatzes für Fahrschulen, die Verkehrswacht und die Polizei vor, um Übungsmöglichkeiten außerhalb des öffentlichen Straßennetzes zu geben. Finanzierungsmöglichkeiten sind in Kooperation mit den Betreibern von Fahrschulen zu prüfen. Auch ein Fahrradparcours für Schulen ist absolut wichtig.
Wir stehen auch für die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes mit Erhalt der Straßenbahn inklusive des Baus der Querspange zur Marienthaler Straße und der Umsetzung der Innenstadttangente.
Vorübergehend sollte zumindest für eine moderne LED-basierte Ausleuchtung des Bahnhofvorplatzes gesorgt werden.
Eine Überprüfung des Verkehrskonzeptes für den Betrieb des Stadion Zwickau halten wir für notwendig, um es an die tatsächlichen Verhältnisse anzupassen. Für die Abfahrt nach Spielende werden derzeit bei durchschnittlich 5000 Besuchern vom Stadionparkplatz bis zur Talstraße durchschnittlich 35 Minuten benötigt.
10 Soziales Miteinander
Die Bevölkerung der Stadt Zwickau hat ein Durchschnittsalter von 47,6 Jahren. Und hier sehen wir ein Mitspracherecht eines jeden einzelnen.
So setzen wir uns dafür ein, dass die Stadt Zwickau die vielen und sehr positiven kinderfreundlichen Angebote beibehält und ausbaut. Die zahlreichen Aktivitäten sollen dabei imagebildend und für Zuzugswillige attraktiv sein. Warum also nicht einmal eine Kampagne unter dem Namen „Sachsens kinderfreundlichste Stadt“ starten?
Außerdem soll die Suche nach einem Kita-Platz vereinfacht werden. Neben der Zwicki-Karte, werden wir uns für ein Kita-Portal einsetzen. In diesem ist die Anzahl der freien Kita-Plätze der jeweiligen Einrichtung angegeben. Somit haben die suchenden Eltern einen Überblick und müssen nicht jede Einrichtung abtelefonieren.
Jugendarbeit muss sich am konkreten Bedarf orientieren und nicht an den Vorstellungen der nicht beteiligten Generationen. Darum freuen wir uns auf die Anregungen und Aktivitäten des Anfang 2019 gewählten Jugendbeirates.
Doch wir haben auch ein großes Ohr für unsere Senioren, die oftmals noch aktiv sind und über eine reiche Lebenserfahrung verfügen. Deshalb ist die Wählergemeinschaft Bürger für Zwickau für eine starke und sich einbringende Seniorenvertretung zwischen Politik, Verwaltung und älteren Menschen auf kommunaler Ebene. Die gesellschaftlichen Bedingungen älterer Menschen sollen mitgestaltet werden, ihr Einfluss auf politische Entscheidungen, die ihre Lebenssituation betreffen, soll gestärkt werden.
Weiterhin setzen wir uns für eine Stärkung der städtischen Pflegeeinrichtungen ein. Unser Ziel ist eine umfassende, bedarfsgerechte und nachhaltige Versorgung der Bewohner und Patienten. Das wollen wir durch eine zukunftsorientierte Ausgestaltung der Pflege- und Krankenhäuser als moderner Arbeitgeber im Bereich Mitarbeiterorientierung, attraktive Arbeitsplätze und innovative Ausrichtung erreichen. Das heißt im Klartext: Über eine Bedarfsplanung wollen wir sicherstellen, dass im Fall der benötigten Hilfe von außen, der Wohnort der Betroffenen auch weiterhin Zwickau bleibt.
70 % der Pflege findet im häuslichen Bereich statt. Damit sind die "pflegenden Angehörigen" der größte Pflegedienst in unserem Land. Für diese setzen wir uns bereits seit Jahren über die Landespolitik ein. Ein Ergebnis ist die Woche der Pflegenden Angehörigen, welche im vergangenen Jahr das erste Mal auch in Zwickau stattfand.
Den drohenden düsteren Entwicklungen im Pflegebereich muss unbedingt mit einer Vielfalt an Ideen und Lösungen auch in unserer Stadt entgegengewirkt werden.
Wir setzen uns dafür ein, dass der Ausbau von Pflege-Hilfsstrukturen durch den Landkreis auch für die Stadt Zwickau spürbar verbessert wird. So sollte es zukünftig eine Fachstelle für PFLEGENDE ANGEHÖRIGE in Zwickau geben.
Wir stehen auch für die Stärkung des Ehrenamtes im Bereich der freiwilligen Feuerwehren durch den Bau bzw. Modernisierung der Gerätehäuser in Marienthal und Oberhohndorf, sowie für die Anschaffung von zeitgemäßen Feuerwehrfahrzeugen.
Außerdem möchten wir, dass künftig die Vereine selbst vorschlagen, welche Ehrenamtlichen für den Sommerempfang qualifiziert werden. Bisher lag das in der Hand der Fraktionen.
Weiterhin stehen wir für die Stärkung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz. Die Stadt Zwickau hat im Zusammenhang mit dem NSU-Terror einen riesigen Image-Verlust hinnehmen müssen. An der Widerherstellung des „guten Rufes“ ist mit Überzeugung, Hingabe und strategischem Geschick zu arbeiten. Die damit in Verbindung stehenden finanziellen Mittel für den Fortbestand des gleichnamigen Koordinierungsbüros dürfen nicht in Frage gestellt werden. Darüber hinaus gilt es, Zwickau als offen und gastfreundlich zu präsentieren und für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit einzutreten.
11 Sport
Zwickau ist und bleibt Sportstadt. Die Verteilung kommunaler Mittel an die Sportvereine ist ständig zu überprüfen. Die Schlüsselzuweisungen sind hierbei transparent zu gestalten. Es ist legitim, städtische Tochterunternehmen mit Sponsoringaufgaben zu betrauen. Dies muss wiederum wirtschaftlich sinnvoll und im Rahmen des eigenen Kerngeschäfts verantwortbar erfolgen.
Die überregional aktiven Mannschaften sind ein wichtiger Imageträger und Botschafter der Stadt. Wir stehen dafür, sie in dieser Funktion zu unterstützen.
Bauliche Großprojekte von Sportanlagen sollen mit den Bürgern diskutiert, auf Sinnhaftigkeit überprüft und finanziell kontrolliert werden. Die Sportstättenleitplanung ist auf Umsetzung zu prüfen, zu diskutieren und gegebenenfalls zu aktualisieren.
Wichtig ist uns zudem die Nachwuchsförderung. Daher schlagen wir die Betreibung einer Sportstätte für die Ausbildung des Nachwuchssports durch den Kreissportbund vor.
Wir werden uns für eine transparentere Sportförderung stark machen, damit die Wertigkeit der Förderung deutlicher wird und keine Neiddebatten eine gute Sache beschädigen.
12 Umwelt und Tierschutz
Die Naturressourcen unserer Stadt sind ein wertvolles Gut. Uns ist wichtig, dass Ökologie und Ökonomie immer im richtigen Verhältnis stehen. Der Wirtschafts- und Umweltausschuss sollte um den Bereich Tierschutz erweitert werden.
So fordern wir mehr Freilaufwiesen. Die enorm hohe Hundesteuer sollte hingegen dem Kreisdurchschnitt oder dem Aufwand angepasst werden. Fließt die Hundesteuer bisher in den normalen Haushalt, sollte diese künftig direkt für die Reinigung von durch Hundekot verunreinigten Gehwegen und für entsprechende Papierkörbe eingesetzt werden. Sprich: Je sauberer sich die Hundebesitzer verhalten, desto weniger muss gereinigt werden. Das wiederum verringert die Kosten. Außerdem sollte die Haltung eines Hundes als sozialer Partner eine besondere gesellschaftliche Betrachtung erfahren.
13 Vordenken: RAW-Gelände
Am Thema Gefängnisbau auf dem ehemaligen RAW-Gelände bleiben wir weiter dran. Nach anfänglich genannten Erschließungskosten von 9 Millionen Euro sind es bereits 28,5 Millionen Euro (Stand März 2019).
Ein neues Gefängnis ja, aber wir zweifeln weiterhin die Größe und den Ort an. Falls sich Thüringen doch aus dem gemeinsamen Vorhaben, eine Haftanstalt zu errichten und zu betreiben, zurückzieht, und es somit eine kleinere Einrichtung werden könnte, muss Zwickau schnellstmöglich darauf reagieren können. Das heißt im Klartext: Die Verwaltung soll ein Konzept in der Schublade haben, um das Gelände vom Freistaat zurückzukaufen und es für Industrie- und Gewerbefläche fit zu machen oder für Wohnbebauung bereit zu stellen.
Zwickau 16/04/2019
14 Zusammenfassung
Die Bürger für Zwickau haben in den kommenden fünf Jahren viel vor.
Daher folgt nun noch einmal ein Überblick über die für uns wichtigsten Antragsvorhaben zur Zukunftsgestaltung:
- Belebung / Neuausrichtung der Arbeitsgruppe "Finanzielles Handlungskonzept 2025"
- Prüfauftrag zur Einführung einer Bürgerkarte (z.B.Schwanenkarte) für Zwickauer mit Hauptwohnsitz in Zwickau
- Vermarktung freiwilliger kommunaler Leistungen durch Dritte - Kostenübernahme des Schulessens durch einen Sponsor.
- Wiedereinführung der Erstattung des Semesterbeitrages für Studierende mit Hauptwohnsitz in Zwickau.
- Herstellung einer gigabitfähigen Infrastruktur
- Ausrichtung der Wirtschaftsförderung gemäß Handlungskonzept außerhalb der Verwaltung.
- Entwicklung flexibler Standorte für Startups
- Etablierung eines Innovationssoutings – suchen, finden und holen
- Ausleuchtung des Bahnhofvorplatzes mit moderner LED-Technik
- Neugestaltung der Hundesteuer
- Schaffung einer Zweigstelle der Tourist-Information am Platz der Völkerfreundschaft
- Überprüfung / Anpassung der Öffnungszeiten der Kunstsammlungen
- Prüfauftrag für eine Theaterspielstätte im ehemaligen Kaufhaus Joh – „Theater im Kaufhaus“ (TiK)
- Erstellung eines Handlungskonzepts zum Erhalt des produzierenden Zwickauer Theaters ab 2023
- Initiierung einer Kampagne unter dem Namen „Sachsens kinderfreundlichste Stadt“
- Erstellung eines Kita-Portals - In diesem ist die Anzahl der freien Kita-Plätze der jeweiligen Einrichtung angegeben
- Sitz einer Fachstelle für "pflegende Angehörige" in Zwickau
- Aufstellung und Leerung von zusätzlichen Abfallbehältern an verschieden Orten in unserer Stadt.
- Stärkung des Ehrenamtes im Bereich der freiwilligen Feuerwehren
- Überarbeitung der Sportförderung zur Transparenzsteigerung
- Die Sportstättenleitplanung ist auf Umsetzung zu prüfen, zu diskutieren und gegebenenfalls zu aktualisieren.
- Prüfung, städtische Service-/ Informationsbüros in die Hauptstraße
- Neuer Anlauf zur Qualifizierung des Bürgerhaushalts
- Babyklappe – nun endlich mal bereitstellen.
- Umsetzungsprüfung eines 365 €-Tickets (ÖPNV)
- Erstellung eines Spielplatzkonzepts mit Bedarfs und Investitionsplanung
- Prüfung, für verkehrsberuhigtes Wohnen Leipziger Straße
- Schaffung einer Bauwilligenbörse für Menschen, die sich in Zwickau die eigenen vier Wände schaffen möchten (Rückkehrerbörse)
- Handlungsauftrag zur Etablierung von Car-Sharing in Zwickau
- Überprüfung / Anpassung des Verkehrskonzeptes im Bereich Stadion Zwickau
- Handlungsauftrag für eine umzäunte Hundewiese auf dem Areal des Schwanenteichparkes
- Erstellung eines Alternativkonzepts für das ehemalige RAW Gelände
- Anschaffung eines elektronischen Abstimmungssystems für Stadtratssitzungen
- Politik für alle: TV Westsachsen Verlinkung der Stadtratssitzungen auch auf die städtische Homepage.
