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Gefragt und NachgehaktAllgemein

Edgar Klier zum 100. Geburtstag: Stadt plant Würdigung – und das gefährdete 12-Meter-Mosaik kommt auf die Tagesordnung

Nachgefragt im Stadtrat – BfZ-Stadträtin Christiane Drechsel wollte wissen, ob die Stadt ihren bedeutenden Maler vergessen hat. Die Antwort fällt erfreulicher aus als befürchtet.

Der Zwickauer Maler und Grafiker Edgar Klier wäre am 23. Februar 2026 einhundert Jahre alt geworden. Blick, Freie Presse, TV-Westsachsen und die Vereinszeitschrift des Steinkohlenbergbauvereins hatten an ihn erinnert – von der Stadt Zwickau war zunächst keine Würdigung bekannt. Unsere Stadträtin Christiane Drechsel (BfZ) fragte deshalb in der Stadtratssitzung am 26. Februar 2026 nach: Wurde das vergessen, oder ist eine Würdigung noch geplant?

Wer Edgar Klier war

Edgar Klier (1926–2015) wurde in Niederplanitz geboren und wirkte sein Leben lang in Zwickau. Seine Themen waren vor allem Bergbau und Landschaft, das Arbeitsleben der Industriestadt. Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Max-Pechstein-Preis der Stadt Zwickau (1952 und erneut 1956). Über Jahrzehnte leitete er Mal- und Keramikzirkel und prägte Generationen von Hobbymalern. In den Kunstsammlungen Zwickau befinden sich nach Angaben der Stadt über 30 seiner Arbeiten; die letzte große Personalausstellung gab es 2006 in der Galerie am Domhof.

Die Antwort der Stadt

Das Dezernat Finanzen und Ordnung stellt klar: vergessen ist Klier nicht. Die Verwaltung ordnet den Fall in einen größeren Zusammenhang ein – DDR- bzw. ostdeutsche Künstler seien lange mit Klischees behaftet und erst in den letzten Jahren neu gewürdigt worden. Die Kunstsammlungen Zwickau greifen dieses Signal in ihrer laufenden Neukonzeption auf und wollen die Kunst der DDR und Zwickauer Künstler wie Klier neu präsentieren – ausdrücklich auch die lange übersehenen Künstlerinnen der DDR.

Konkret bereiten die Kunstsammlungen eine Präsentation in der Galerie am Domhof vor: In einer Nische im sogenannten FarbRAUM werden Werke Kliers und seiner Zeitgenossen – etwa Karl-Heinz Jakob – gezeigt und die sich wandelnden Bewertungen dieser Kunst behandelt. Verbunden wird der Bereich mit einer Nische für die im Februar 2026 verstorbene Ausnahmekünstlerin Henrike Naumann – eine Enkelin von Karl-Heinz Jakob –, die diese Kunst und Zeit aus der Perspektive der nachfolgenden Generation befragt hat. Eröffnet werden die neu gestalteten Bereiche am Samstag, den 9. Mai 2026, ein Begleitprogramm ist in Vorbereitung.

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